30 Jahre Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V.
Wir bedanken uns bei allen Freunden und Unterstützern! Freuen Sie sich auf unsere Jubiläumsepisoden!

30 Jahre - 30 Jubiläen

Unser 30jähriges Jubiläum gibt uns den Anlass 30 Jubiläen (+3 Zusatzjubiläen) vorszustellen, die in engem Kontakt zur Puppentheatersammlung Dresden und / oder dem Verein stehen.

Feier anlässlich eines Abendvortrages von Kurator Lars Rebehn zum 65. Gebutrststag der Puppentheatersammlung Dresden 2017
 

Die Serie erscheint ab 02. April 2021 auf Instagram der Saatlichen Kunstsammlungen Dresden/Puppentheatersammlung

Zusammenfassend stellen wir alle Beiträge nachfolgend zusammen - bleiben Sie gespannt, wann ein neues Jubiläum erscheint.

 

Puppentheater Sofia

 

Plakat zum Gastspiel am 7.10.1963 anlässlich der Berliner Festtage
im Deutschen Hygienemuseum Dresden mit Inszenzierungsfoto zu „Peter und der Wolf“.
Inventarnummer C 12348


 

 

75 Jahre Staatliches Puppentheater Sofia:

Das Theater wurde 1946 von Mara Penkowa (1894-1959) als erstes bulgarisches Puppentheater gegründet. Zwei Jahre später wurde die Kollektivbühne verstaatlicht und 1964 mit dem Puppentheater der Stadt Sofia vereinigt. Vor allem die 1960er Jahre waren von großem internationalem Erfolg gekennzeichnet, beginnend mit einem Preis beim 2. Internationalen Puppentheaterfestival 1960 in Bukarest für die Inszenierung „Peter und der Wolf“. Es folgten weitere Preise und Gastspiele nicht nur in Ost-, sondern auch in Westeuropa, den USA, Kanada und Japan. Seit Gründung der Bühne entstanden über 300 Stücke, nicht nur für Kinder, sondern durchweg auch mit erfolgreichen Inszenierungen für Erwachsene sowie den legendären Schattentheaterstücken „Karneval der Tiere“ und „Bilder einer Ausstellung“ (1997).

http://www.sofiapuppet.com


Frau Hase mit Hut, Entwurf für das Stück „Der Wettlauf“,
Staatliches Puppentheater Sofia, 1957; Entwurf: Milka Natschewa,
Inventarnummern: 10688 j

Frau Hase, fertige Figur für das Stück „Der Wettlauf“,
Staatliches Puppentheater Sofia, 1957; Entwurf: Milka Natschewa,
Inventarnummern: 107901




Inszenierungsfoto zu „Karneval der Tiere“,
Schattentheaterinszenierung, Puppentheater Sofia


 Bornaer Künstler-Puppenspiele

 

Hans Frannek 1937, Borna 1937, Fotograf Georg Volpert Atelier, Inventarnummer F 173,2


 Vor 90 Jahren wurden die „Bornaer Künstler-Puppenspiele“ von Hans Frannek (*1908 in Borna bei Leipzig) gegründet.
Mit dem Puppenspiel kam Frannek erstmals in den 20er Jahren im Rahmen der evangelischen Jugendarbeit in Berührung und spielte in den 30er Jahren häufiger in Kinos und zu betrieblichen Feiern. Nach Ausbruch des Krieges wurde er eingezogen und geriet 1942 nach Verwundung in sowjetische Gefangenschaft. 1945 half er in Borna beim Aufbau der örtlichen FDJ und gründete mit deren Hilfe die „Bornaer Künstler-Puppenspiele“. Zwischen 1946 und 1969 reiste Hans Frannek in der ganzen DDR. Der „Bornsche Kasper“ zählte dank seines Humors und seiner Schlagfertigkeit zu den besten Handpuppenspielern Deutschlands. 1948 wurde er bei einem Wettbewerb sächsischer Kollegen Landessieger. Anfangs fertigte Johannes Sitte (1900-1980) die meisten der Figuren, bis um 1949 Gertraude Sorkalla (†1997) Mitspielerin Franneks wurde. Sie hatte zuvor in den Werkstätten von Gerhard Stiehl die „Bornaer Künstlerpuppen“ gefertigt und schuf nun auf Franneks Wunsch leichtere Puppen, da er noch unter den Folgen seiner Kriegsverletzung litt. Wegen seiner schlechten Gesundheit schlossen die „Bornaer Künstler-Puppenspiele“ 1969 für immer ihre Pforten.
Hans Frannek starb am 14. März 1995. Sein künstlerischer Nachlass wird in der Puppentheatersammlung bewahrt.

 

Plakat (Ausschnitt) seiner ersten Bühne, Borna um 1931,
Inventarnummer 2978

Witwe Bolte aus „Max und Moritz“,
Gestalterin Getraude Sorkalla,
Borna, 1950er Jahre,
Inventarnummer A 4193

Chasid, Kalif von Bagdad, aus "Der Kalif von Bagdad",
Gestalter Johannes Sitte,
Borna um 1950,
Inventarnummer A 1835

Faust aus "Dr. Faust", Gestalter Johannes Sitte,
Borna um 1949, Inventarnummer A 4222

 


 

Puppentheater Bautzen

Herbert Ritscher auf der 1. Konferenz der Berufspuppenspieler der DDR in Meißen,
Meißen-Siebeneichen, 27.-29. April 1963, Inventarnummer F 50,41


Die Marionettenbühne Bautzen wurde vor 60 Jahren auf Initiative der kulturellen Vertretung der lausitzer Sorben (Domowina) gegründet. Herbert Ritscher (1920-1970), selbst Marionettenspieler in siebter Generation, wurde zum Leiter der Bühne ernannt und brachte Erfahrungen und das Spiel mit Marionetten in das staatliche Theater ein. Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung hatte das von ihm bearbeitete Sagenstück „Meister Krabat“ als Neuinszenierung in deutscher und sorbischer Sprache Premiere. Bis heute wird in Bautzen konsequent in deutsch, ober- und niedersorbisch gespielt – diese Mehrsprachigkeit ist einzigartig in ganz Deutschland.
1963 fusionierte das Sorbische Volkstheater mit der Marionettenbühne und dem Stadttheater Bautzen zum Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Im selben Jahr erhielt die Puppenbühne einen Inszenierungspreis für das Stück „Der gestohlene Ball“. Neben Marionetten sind heute die unterschiedlichsten Puppenspielarten auf der Bühne zu sehen. Seit 1976 stehen auch Stücke für Erwachsene auf dem Spielplan. Bevor das Puppentheater 2003 in das Burgtheater einzog und damit eines der modernsten Theatergebäude bekam, hatte es seine Spielstätte in einem ehemaligen Kino und einer Kaserne. Außer in Bautzen ist das Ensemble mit Gastspielen im In- und Ausland zu erleben.

https://www.theater-bautzen.de/ensemble/puppentheater 

 

Plakat (Ausschnitt) "Zauberer Krabat". Marionettentheater Bautzen 1961
Inventarnummer C 5875


Papageno aus dem Stück "Die Zauberflöte", Gestalter Eberhard Keienburg
Bautzen 2009, Inventarnummer A 12921


Plakat (Ausschnitt) "Faust. Das Leben einer Legende" Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen 2012
Inventarnummer C 6454


Prof. Dr. Konstanza Kavrakova-Lorenz

Prof. Dr. Konstanza Kavrakova-Lorenz. Foto: Bogdana Lorenz.
Mit freundlicher Genehmigung der Familie Lorenz.



Vor 80 Jahren, am 18. Mai, wurde Prof. Dr. Konstanza Kavrakova-Lorenz (1941-2005) in Sofia geboren. Die gelernte Buchillustratorin ging 1968 nach Prag, um Puppenspielerin zu werden. Dort lernte sie ihren späteren Mann, Hartmut Lorenz, kennen und folgte ihm ein Jahr später in die DDR. Zunächst arbeitete sie als Ausstatterin am Puppentheater Magdeburg, später an verschiedenen Bühnen als Regisseurin und Szenografin. 1986 promovierte sie zum Thema „Puppentheater als synergetische Kunstform“, verband darin Philosophie und Theaterwissenschaften. Gemeinsam mit ihrem Mann revolutionierte sie das Genre Puppentheater vor allem über die Lehre an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin, wo Lorenz den Studiengang Puppenspiel aufgebaut hatte. Weg vom zuckersüßen, harmlosen Puppenspiel, hin zu tiefgreifenden Inhalten und Erlebniswelten, dafür kämpfte sie ihr Leben lang. Einen Kampf verlor sie jedoch. Am 21. Juli 2005 erlag Konstanza Kavrakova-Lorenz in Berlin einem Krebsleiden.

 

Don Quijote, 1984 Puppentheater Erfurt
in Kooperation mit Absolventen der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch".
Inventarnummer: A 6406. Schenkung Theater Waidspeicher, Erfurt 2003

 

Ritter Tomate aus "Cipollino, das Zwiebelchen", 1974 Puppentheater Dresden.
Regie/Ausstattung/Puppengestaltung: Konstanza Kavrakova-Lorenz.
Inventarnummer: A 6322. Schenkung Puppentheater Dresden, 2002

Pope aus "Nikita, der Fellgerber und der Drache Smej-Gorynytsch", 1972 Puppentheater Dresden,
Bearbeitung/Regie/Ausstattung und Puppengestaltung: Konstanza Kavrakova-Lorenz.
Inventarnummer: A 5705. Schenkung Puppentheater Dresden




Foto aus der Inszenierung "Krali Marko", 1973 Puppentheater Berlin.
Regie und Puppenentwürfe von Konstanza Kavrakova-Lorenz.
Inventarnummer:
F 85,12. Foto: Carl Schröder. Schenkung Karin Schröder, Radebeul.

 

 

 

mai hof puppentheater

Inszenierungsfoto zu "Lysistrate oder: Alle Macht den Weibern!"
Foto mit freundlicher Genehmigung vom mai hof puppentheater


Seit 25 Jahren gibt es in Dresden-Weißig in einem malerischen Kleinod Puppentheater für Kinder und Erwachsene zu sehen - im mai hof puppentheater mit Hella Müller und Hartmut Maihöfer. Seit bereits über 50 Jahren steht Hella Müller als geprüfte Puppenspielerin auf der Bühne und erhielt den Solistenpreis beim Nationalen Puppentheaterfestival der DDR in Magdeburg. Als Regisseurin war sie in zahlreichen Puppentheatern tätig und brachte ihre langjährigen Erfahrungen in das eigene Theater ein. Ihr Mann hat das technische Know-how und überrascht bis heute mit besonderen Effekten und Apparaturen die Besucher.

Wenn Hella Müller nicht auf der Bühne stehen kann, malt sie. Dabei entstehen Bilder, die in eine Welt der Phantasie und Märchen einladen. Zu sehen sind sie in einer digitalen Ausstellung des Putjatinhaus Dresden.

https://www.putjatinhaus.de/kultur-digital-ausstellung-zeit-zum-traumen/#Galerie

https://www.puppentheater-dresden.de/

Bühnenbildentwurf (Ausschnitt) zum Stück „Der Goldtopf“, Rostock 1985
Inventarnummer A 13622,17. Schenkung Petra Zille



 

Plakat (Ausschnitt) Das „mai hof puppentheater“, Weißig 1999
Inventarnummer C 10668

Anna Migeli aus „Anna Göldin, die letzte Hexe“. Dresden 1994
Inventarnummer A 7100. Schenkung Hella Müller

Hella Müller vor ihrer Bühne. Foto: Frank Höhler,
mit freundlicher Genehmigung vom mai hof puppentheater













 

 

 

 

Roland Ritscher

 

Der Marionettenspieler Roland Ritscher mit seinem Kasper, Oberlausitz 1964
Fotograf Carl Schröder, Inventarnummer F 59,2

Am  03. Mai wäre Roland Ritscher 90 Jahre alt geworden. Als Sohn von Walter (1905-1963) und Martha Ritscher (geborene Großmann, 1906-1986) war er mit dem Leben einer Marionettenspielerfamilie früh vertraut. Seine Eltern gründeten 1932 ihr eigenes Theater und reisten vorwiegend im sächsischen Elbtal und der Lausitz. Nach Walters Tod übernahm sein Sohn Roland die Bühne und betrieb diese gemeinsam mit der Mutter. Damit setzte er die Geschichte der Puppenspielerfamilie Ritscher fort, die sich bis in die Mitte des 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Der Urgroßvater von Roland Ritscher, Ernst Ritscher (1853-1943), heiratete in die älteste Puppenspielerfamilie Sachsens, Listner-Lippold, ein. Das Theater überstand die Verbotswellen der 1950er Jahre mit nur wenigen Modernisierungen in der Lausitz. Als die Bühne ab 1981 wieder in das Elbtal kam, wurde die Öffentlichkeit darauf aufmerksam. Es entstanden eine Foto- und zwei Filmdokumentationen. Das Publikum war von der traditionellen Spielweise der Bühne begeistert. Mit dem Tod von Martha Ritscher wurde der Spielbetrieb 1986 eingestellt. Roland Ritscher zeigte noch einige Jahre sein Marionettenvarieté, bevor er auch dieses aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste – das Ende nach acht Generation Puppenspiel. 2003 gab er sein Theater mit über 1.000 Objekten nahezu vollständig in die Puppentheatersammlung. Am 29. März 2005 verstarb Roland Ritscher. Seine traditionelle Spielweise verbunden mit Witz und Charme ist vielen Menschen in Erinnerung geblieben.

 

Der Marionettenspieler Roland Ritscher vor seiner Haustür, Rosenthal-Bielatal, 1990
Fotograf Carl Schröder, Inventarnummer F 60,8

 

Prospekt Saal / Park (Ausschnitt), Sachsen, zweites Drittel 20. Jahrhundert
Inventarnummer A 6866

Schmuckvorhang (Ausschnitt), Sachsen um 1920
Inventarnummer A 779



Kleinster Teufel aus „Dr. Faust“, Sachsen, erste Hälfte der 1930er Jahr
Inventarnummer A 6703


Packwagen der Familie Ritscher, Foto von 2005


 

Der gestiefelte Kater aus „Der gestiefelte Kater“, Sachsen um 1949
Inventarnummer A 6716

 

 

 

Kurt Dombrowsky

Kurt Dombrowsky mit seinem Marionettenkasper, Foto aus Kiebitz 1973
Fotograf Ingo Wendt, ohne Inventarnummer 


Bereits am 23. Januar 2021 jährte sich der Geburtstag des Marionettenspielers Kurt Dombrowsky zum 90. Mal. Er wurde als Kind aus Lettland umgesiedelt, musste flüchten und landete 1945 in Dresden. Hier erlernte er den Beruf des Elektrikers. Er verliebte sich in die Marionettenspielerin Roswitha Sterl und übernahm das Theater ihres Großvaters Max Kressig, dem die Spielerlaubnis von der Sächsischen Landesregierung entzogen worden war. Manche Figuren sortierte er aus und schenkte sie 1955 der Puppentheatersammlung. In den 1950er und 60er Jahren war seine Bühne immer wieder von Schließungen und Schikanen bedroht. Gerade weil er nicht im Theaterbetrieb aufgewachsen war, beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte des sächsischen Wandermarionettentheaters und war stets erster Ansprechpartner bei Fragen zu diesem Thema. Kurt Dombrowsky verstarb am
11. Mai 2008 in Engertsdorf. Dorf betreibt sein Sohn Uwe bis heute ein Marionettentheater und pflegt mit viel Hingabe ein Museum zum Sächsischen Wandermarionettentheater.

                Die zwei Seiten einer Klappmetamorphose, Soldat in roter bzw. blauer Uniform, Sachsen, erste Hälfte 20. Jahrhundert,
Schenkung Kurt Dombrowsky 1955, Inventarnummer 8052

 
 

Plakat zu einer Ausstellung der Puppentheatersammlung, bei der Kurt Dombrowsky mehrfach Aufführungen gab.
Gestaltung: Herbert Löchner, Inventarnummer 22284 b




Jean-Loup Temporal

Jean-Loup Temporal auf der UNIMA-Präsidiumssitzung
anlässlich des III. Internationalen Puppentheaterfestivals in Bukarest 1965
Fotograf Carl Schröder, Inventarnummer F 44,118

Am 23.1.2021 wäre Jean-Loup Temporal 100 Jahre alt geworden. Der Sohn des französischen Handpuppenspielers Marcel Temporal wurde während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland dienstverpflichtet. Es gelang, ihn als Puppenspieler an die Hohnsteiner Handpuppenbühne von Max Jacob zu holen. Nach dem Krieg kehrte er nach Paris zurück. 1949 gründete er die “Compagnie des Marionnettes Temporal”. 1953 arbeitete er bei den “Europäischen Handpuppenspielen” nochmals mit Max Jacob zusammen. Nach der Einstellung des Spielbetriebs 1974 gründete Temporal das “Atelier 75” und wandte sich verstärkt der Forschung zu. In Frankreich trug er entscheidend zur Weiterentwicklung des Puppenspiels und der professionellen Ausbildung von Puppenspielern bei. Er war einer der ersten Künstler in Frankreich, die Vorstellungen an Schulen gaben. 1960 war er Vizepräsident der UNIMA und ein Jahr später Mitbegründer der UNIMA-Frankreich, deren Präsidentschaft er von 1965 bis 1967 übernahm. 1984 wollte er am UNIMA-Kongress in Dresden teilnehmen, starb aber überraschend im Oktober 1983.

Plakat (Ausschnitt) zu einer Vorstellung seines Theaters, Inventarnummer 15870


 

 Dr. Erich Thomas

Dr. Thomas beim Ausflug mit der Belegschaft der Puppentheatersammlung 1990

Auch dieses Jubiläum lag bereits im vergangenen Jahr. Am 2. August 2020 wäre Dr. Erich Thomas 100 Jahre alt geworden. Der gebürtige Dresdner nahm von 1939 bis 1945 am Zweiten Weltkrieg als Soldat teil, studierte dann Medizin und verdiente sich sein Studium durch grafische Arbeiten. Danach war er Arzt für Lungenerkrankungen am Krankenhaus in Coswig. Nebenher war er stets auch künstlerisch tätig, schuf Ölgemälde und Grafiken. Seit den 1980er Jahren unterstützte er die Puppentheatersammlung bei ihren Ausstellungen. So gestaltete er Tafeln und fertigte Zeichnungen für Ausstellungen und die "Mitteilungen der Staatlichen Puppentheatersammlung Dresden" an. Auch für die Programmhefte der "Kasperiade" im Hohenhaus zeichnete er Vignetten. 1991 wurde er Gründungsmitglied der Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V. und blieb interessiertes Mitglied bis zu seinem Tod am 21.10.2013.

Arbeitsplatz des Restaurator,
Zeichnung für die Mitteilungen der Puppentheatersammlung

Heft 2/1989, S. 17
, Inventarnummer C 10100

Trinker, Zeichnung nach einer Figur des russischen Puppenspielers Sergej Obraszow,
Kreide auf Velourspapier, Inventarnummer C 6875

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ambrella Figurentheater

Heike Klockmeier beim Stück „Heute: Genoveva“ anlässlich der
Verleihung des Ehrenpreises „Die Spielende Hand“ an Lars Rebehn am 9.10.2020


Heute vor genau sechs Monaten – am 9.10.2020 – erhielt Lars Rebehn, Kurator der Puppentheatersammlung, den Ehrenpreis des Verbands Deutscher Puppentheater „Die spielede Hand“. Aus diesem Anlass reisten Heike Klockmeier und Jürgen Maaßen – zusammen das „Ambrella Figurentheater“ - extra aus Hamburg an, um beim Festakt die Vorstellung des Stückes „Heute: Genoveva!“ darzubieten. Dieses hatten sie in Zusammenarbeit mit Lars Rebehn entwickelt und erzählen dabei – mal mehr, mal weniger wahrheitsgetreu – Anekdoten aus der Geschichte des Puppenspiels. Ganz nebenbei feierte das Ambrella Figurentheater im letzten Jahr selbst 25. Jubiläum.

Ausschnitt aus dem Plakat zum Stück „Prinz Eselohr“
Hamburg 2001, Inventarnummer C 10638

 

Clown aus "Gleich kommt Ferdinand" (Probenfigur)
Hamburg 2002,
Inventarnummer A 6639,1



















Leopold Apel

Detail eines Theaterzettels zu einem von Leopold Apel bearbeiteten Stück,
Dresden um 1900, Inventarnummer C6797

Leopold Apel wurde vor 150 Jahren am 5. April in Ratsneudörfel bei Zwickau geboren. Leopold war der zweitälteste Sohn des Marionettenspielers Friedrich Albert Apel und seiner Frau Amalie, geb. Mosch. Bereits als Kind wirkte Leopold Apel im elterlichen Theater mit. Er führte nicht nur Schnitzarbeiten aus, sondern schrieb und bearbeitete auch Texte für die elterliche Marionettenbühne. Vermutlich schnitzte er später auch für andere Marionettenbühnen. Aufgrund der Trunksucht seines Vaters, verließ Leopold die Familie und ging zur Reichsbahn. Er verstarb am 1. Dezember 1942 in Dresden.

Seiltänzer mit Balancierstange
Sachsen, erste Hälfte 20. Jahrhundert,
Inventarnummer 10203
 
Lampenjongleur,
achsen, erste Hälfte 20. Jahrhundert,
Inventarnummer 10202
     











 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Helene Apel-Böttger

Helene Apel-Böttger bei der Feier zum 75. Bühnenjubiläum
des Apelschen Marionettentheaters in Dresden Friedrichstadt,
Foto aus Familienbesitz, Fotograf unbekannt, 1952, ohne Inventarnummer

Helene Apel-Böttger (25. Dezember 1877 Vielau - 3. April 1961 Dresden) wuchs im Apelschen Marionettentheater ihrer Eltern auf. Diese Bühne wurde bereits 1877 von Helenes Vater Albert Apel
(1847 – 1905) gegründet und beinhaltete zum Teil Marionetten, die bereits um 1800 entstanden sind. Als Helenes Vater das Theater aus gesundheitlichen Gründen ab 1892/93 nicht mehr als Prinzipal führen konnte, suchte ihre Mutter einen neuen Geschäftsführer. So übernahm 1901 Walter Böttger (1882 Leipzig – 1947 Dresden) die Theaterleitung und heiratete 1905 Helene. Nach dem Tod von Helenes Mutter führte sie gemeinsam mit ihrem Mann den Spielbetrieb fort. Sie reisten im Umkreis von Dresden und auch nach dem Tod von Walter betrieb Helene das Theater mit ihrem Sohn Albert (1909 – 1986) weiter. Endgültig aufgeben musste sie den Spielbetrieb 1952. Wie vielen Marionettenspielerbühnen wurde auch ihr die Zulassung von der Landesregierung Sachsen entzogen. Bis dahin war die Apelsche Puppenspielerfamilie eine der wichtigsten im Raum Dresden. Sie starb heute vor 60 Jahren. Ein Großteil des Fundus befindet sich in der Puppentheatersammlung Dresden.

Kasper, Sachsen um 1800, Inventarnummer 21983




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau des Rokoko-Tanzpaares, Sachsen um 1800, Inventarnummer 21993


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mann des Rokoko-Tanzpaares, Sachsen um 1800, Inventarnummer 21990


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 © SKD